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DVDs Europäischer Filme

Palermo Shooting

Palermo Shooting Im ersten Drittel von „Palermo Shooting“ – dem neuen Film des einstigen Regie-Großmeisters Wim Wenders – sieht sich Star-Fotograf Finn („Tote Hosen“-Sänger Campino) dem Vorwurf einer Studentin ausgesetzt, unter seinen Fotos sei nichts zu erkennen, sie seien leer. Dem entgegnet Finn, dass alles Oberfläche ist. Genauso fühlt sich der Zuseher in dem unentschlossen dahinmäandernden Drama um einen Fotografen, der den Sinn seines Lebens sucht und diesen in Palermo in Gestalt des Todes (Dennis Hopper) – der im Abspann kurioserweise Frank heißt – findet.

Bis es zu dieser finalen Begegnung jedoch kommt, lässt Wenders – in Personalunion als Regisseur und Drehbuchautor – seine Hauptfigur ziellos durch Deutschland und später Palermo wandeln. Schlaflosigkeit, Gespräche mit Agenten und Freunden, sinnfreie Fotoshootings und dazwischen immer mal eine Frau für den sich selbst fremd gewordenen Fotografen. Campino versucht so gut er kann diese innere Taubheit darzustellen, doch muss er dabei immer wieder die sinnfreien und oft auch unfreiwillig komischen Dialogzeilen aufsagen, die ihm Wenders in den Mund legt. Dadurch entwickelt sich keinerlei Gefühl für die Ängste und Nöte, von denen der Fotograf doch angeblich heimgesucht wird. Die surrealen Alpträume, mit denen die Ängste symbolisiert werden sollen, wirken wie der müde Versuch David Lynch zu kopieren. Hinzu kommt, dass das Drehbuch wie eine Skizze wirkt. Genauso Motivationslos wie Finn ein Nahtoderlebnis abhakt, so kommt auch in der Mitte des Films der Ortswechsel nach Palermo. Es scheint als ob Wenders selbst aus einer Laune heraus entschieden hätte, einen Film in Palermo spielen zu lassen.

Diese Ziellosigkeit wäre eigentlich schon Grund genug, das neueste Werk des deutschen Filmemachers unter „Fehlschlag“ abzuheften, doch Wenders webt noch zu all den aufgeworfenen Fragen auch noch eine stimmungslose Romanze zwischen Finn und der Restauratorin Flavia (???) ein. Einzig Dennis Hopper als Tod erhebt sich in seinem Schlussauftritt über das Geschehen und verleiht „Palermo Shooting“ einen leichten Hauch von Würde, auch wenn der Altstar sich redlich bemüht, Campino nicht gänzlich an die Wand zu spielen. Am Ende hat der Zuseher der Zuseher bis ins kleinste Detail den Sinn des Films erklärt bekommen und steht dennoch ratlos da. Wie in so vielen Filmen der letzten Jahre, stopft Wim Wenders sein Projekt mit einer Unmenge an ambitionierten Themen und Fragen voll und überfordert damit offenbar sich selbst, da er nie eine adäquate Form für seine Ideen findet.

Patrick Dorner (patrick_dorner@filmnews.at)

Credits:

Titel: Palermo Shooting
Land: Deutschland, Frankreich, Italien 2008
Regie: Wim Wenders
Hauptdarsteller: Campino, Giovanna Mezzogiorno, Dennis Hopper
Homepage: dt. Website

Lissi und der wilde Kaiser

„Franzl!“ , „Lissi!“ – ja sie haben richtig gelesen Lissi nicht Sissi. Dies ist die fast wahre Geschichte des Kaiserpaares von Michael Bully Herbig. Der Animationsfilm beginnt mit gar nicht kaiserlichem Inhalt. Ein Yeti, der anfangs mehr als böse zu sein scheint, fällt in eine Gletscherspalte. Da erscheint ihm der Teufel mit welchem er einen Pakt schließt wenn er ihm das Leben rettet. Dieser Pakt besagt er soll ihm die schönste Frau des Landes bringen und wer könnte das anders sein als unsere liebevoll animierte Kaiserin Lissi aus königlichem Hause. Währenddessen lernen wir das Paar, die böse Schwiegermutter und den durchgeknallten Hofmarschall kennen. Lachen ist angesagt denn all diese Figuren nehmen sich selbst nicht ernst und der österreichische Film der 50er Jahre mit Romy Schneider und Karl-Heinz Böhm wird in jeder Szene mehr und mehr aufs Korn genommen. Sie machen blöde Witze, schlagen unabsichtlich um sich herum, haben Empfänge die schief laufen und besuchen den Kaiserball in der Annahme es wäre der Ärzteball. Doch der böse Yeti, der seinen Pakt innerhalb einer Woche einzulösen hat, ist nicht weit. Und als schließlich Lissi verschwunden war macht sicher Franz sofort auf die Suche nach seiner Geliebten.

Auf seiner Reise begegnet er neben dem Yeti anderen guten und schlechten Charakteren. Doch ist der Yeti wirklich so böse, was führt der Teufel im Schilde und steckt in dem leicht minderbemittelten Ignaz nicht doch ein gutes Herz?

All diese Fragen lassen sich leicht mit dem Film „Lissi und der wilde Kaiser“ von Michael Bully Herbig beantworten.

Nach seinem letzten Streich der „Periode 1“ nimmt sich Bully dem altösterreichischen Filmthema des Kaiserpaares rund um Sissi und Franz-Joseph an.

Die Figuren sind beeindruckend gut animiert und die Story lässt wenig zu wünschen übrig. Ab und an wirken die Scherze etwas einseitig und plump doch ein paar Szenen später bricht der Zuseher erneut ins Lachen aus weil Lissy oder ihr Franz wieder etwas ungewollt Dummes tun. Lissys Gesicht, sei hier bemerkt, wurde nach Bully selbst gebildet. So erscheint die Kaiserin ab und zu etwas zu maskulin was dem Rest des Filmes aber nichts abtut.

Die DVD bietet neben dem Hauptfilm ein Audiokommentar des Films von Bully selbst, der sich neben der Regie auch die Produktion des Animationsfilms verantwortlich zeichnet. Und ein wilder Soundmixer – doch was es damit auf sich hat wird hier nicht erklärt. Dafür muss die DVD ab 13.März erworben werden! cs

Credits:

Titel: Lissi und der wilde Kaiser
Land: Deutschland 2006
Regie: Michael Bully Herbig
Stimmen: Michael Bully Herbig, Christian Tramitz, Rick Cavanian, Lotte Ledl, etc.
Homepage: dt. Website

 

28 Weeks Later

Und wieder einmal ist der „Wut-Virus“ (im Original: Rage-Virus) ausgebrochen und zwar in London. 28 Weeks Later ist die Fortsetzung von Danny Boyles „28 Days Later“. Diesmal verfolgen wir die Geschichte der Familie von Donald Harris (gespielt von Robert Carlyle). Gleich zu Anfang überkommt uns ein beklemmendes Gefühl dass die Tage seit der Vernichtung des Virus noch nicht gezählt sind. Unsere Erwartungen werden in den ersten 10 Minuten des Films erfüllt, „Infizierte“ jagen unsere Helden über die Felder Englands.

London ist nun total gesäubert und die Stadt beginnt mit dem Wiederaufbau. Menschenleere Straßenzüge und die ersten werden Bewohner Londons werden wieder in die Stadt gebracht, alles unter der strengen Überwachung des amerikanischen Militärs.

Der erste Distrikt scheint Virusfrei zu sein, bis die Kinder Sally und Jacob einen entscheidenden Fehler begehen…

28 Weeks later ist wie sein Vorgänger ein „europäischer“ Horrorfilm. Der gesamte Film wirkt durch seine dokumentarische Kamera noch beklemmender. An Brutalität wird dem Zuseher hier nichts fehlen, jedoch muss man erwähnen dass „28 Weeks Later“, nennen wir es einmal „ehrliche“ Gewalt, liefert. Viele der amerikanischen Horrorprodukten der letzten Jahre, wie z.b. „The Hills have Eyes“, etc. wirken glatt und vorhersehbar, nicht so „28 Weeks Later“. Dieser Film arbeitet mit den Urängsten des Menschen, unkontrollierbare Krankheit, Flucht, Dunkelheit, Angst vor den Mitmenschen – alles in allem ein unglaublich gut geglücktes apokalyptisches Stück Film.

Die erst eben erschienene DVD bietet neben dem Hauptfilm in Deutsch und englischer Sprache einiges an Extras. Ein Audiokommentar des Regisseur Juan Carlos Fresnadillo und

Des Produzenten Enrique López Lavigne, entfallene Szenen, ein ausführliches Making-Of, Kinotrailer, Comiczeichnungen und zu guter letzt „Die Infizierten“. Hier wird gezeigt wie sich die infizierten Monster gelernt haben zu bewegen. Denn man spürt, trotz des schnellen Schnitts, dass die Monster sich „überlegen“ wie sie zu sein haben. Man entdeckt absolut choreographische Züge hinter ihren gewalttätigen Angriffen auf Gesunde.

„28 Weeks Later“ ist ein europäischer Horrorfilm der Extraklasse, nichts für schwache Nerven aber ein Abend voller Grauer und Angst. cs

Credits:

Titel: 28 Weeks Later
Land: Uk / Spanien 2007
Regie: Juan Carlos Fresnadillo
Hauptdarsteller: Catherine McCormack ,Robert Carlyle ,Amanda Walker ,Shahid Ahmed
Homepage: dt. Website

 

Flyboys - Helden der Lüfte

1916 machen sich eine Gruppe mutiger, abenteuerlustiger Amerikaner auf um den Alliierten im Kampf gegen Deutschland beizustehen. Allen voran der junge Texaner Blaine Rawlings, Higgins der Fremdenlegionär, William Jensen dessen Familie auf eine lange militärische Karriere zurückblickt, der adelige Briggs Lowry, Eddie Beagle der Aussteiger und der ehemalige Boxer Eugene Skinner. Sie zusammen bilden die Gruppe der Flyboys, die nicht nur am Boden kämpfen wollen. Ihr Anführer wird der junge aber bereits sehr routinierte Reed Cassidy und das harte Training übernimmt der französische Hauptmann George Thenault (verkörpert vom großartigen Jean Reno). Das Training beginnt und nicht alle die einmal abheben werden, werden auch wieder sicher auf dem Stützpunkt landen. Die Flyboys bemerken dass ihre Abenteuerlust immer mehr schwindet und von ihrem puren Überlebensdrang überschattet wird.

Die Flugszenen in Flyboys sind ohne Ausnahme alle beeindruckend, man sieht dass der Regisseur Tony Bills selbst mal Pilot war und als Unterstützung zu den Dreharbeiten die besten 10 Piloten des Landes beordert hat. Die Handlung lässt kaum Wünsche offen, neben actiongeladenen Flugsequenzen fehlt es diesem Film nicht an der nötigen Portion Liebe für die sich Jennifer Decker verantwortlich zeichnet. Jean Reno, der Publikumsliebling überzeugt als harter Flugtrainer, leider ist seine Rolle nur sehr kurz ausgefallen. Man spürt die Angst der Truppe förmlich dass sie als Quasi Amateure gegen die deutschen Profis in den weiten des Himmels antreten müssen. Bis zum Ende hin wachsen allesamt weit über sich hinaus und können den Deutschen absolut die Stirn bieten

Je weiter der Film voranschreitet desto mehr spürt man wie nahe das Ende des Krieges in Sicht ist. Zu Anfang wurde der gefallene Gegner noch ehrenvoll zu Grabe getragen, am Ende hat man dafür leider keine Zeit mehr gefunden. Geschichtlich gesehen darf man bei diesem Film nicht alles für bare Münze nehmen, viele Unrichtigkeiten sind zu entdecken und Patriotismus wird in diesem Fliegerspektakel sehr groß geschrieben. Jedoch lässt man sich auf einen unterhaltsamen Abend mit der Familie zu tollen Flugsequenzen, einer spannenden Geschichte und ein wenig Liebe erstmal ein wird man es sicher nicht bereuen. cs

Credits:

Titel: Flyboys - Helden der Lüfte
Land: Frankreich / USA 2006
Regie: Tony Bill
Hauptdarsteller: James Franco, Scott Hazell, Mac McDonald, Philip Winchester, etc.
Homepage: engl. Website

DVD-Erscheinungstermin: 14.01.2008

Sissi Trilogie (3er Digipak)

Kinowelt bringt die Sissi Trilogie zurück auf unsere Bildschirme. In einer wunderschön ausgearbeiteten Geschenkbox mit vielen zusätzlichen Gimmicks beginnt Romy Schneider in Sissi, Sissi – Die junge Kaiserin und Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin wieder zu leben. Die Geschichte der jungen Kaiserin beginnt in ihrer Heimat in Bayern als sie zufällig auf einer Reise in Bad Ischl den Kaiser von Österreich trifft. Sissi in ihrer burschikosen und unverblümten Art fängt ihn geradezu ein und erobert sofort sein Herz und das ihrer Zuseher. Die Liebesgeschichte geht weiter und endet im ersten Teil mit der Hochzeit Sissis mit dem Kaiser von Österreich.

Im zweiten Teil erfährt Sissi dass die Gepflogenheiten am Wiener Hof nicht immer erfreulich sind. Sie hat viel mit ihrer Schwiegermutter Sophie zu kämpfen die ihr immer wieder in die Quere kommt. Sissi wird es zuviel und sie reißt aus. Doch darf das die Kaiserin von Österreich überhaupt? Darf sie ihr Land verlassen?

Im dritten und letzten Teil von Ernst Marischkas inszenierter Sissi Trilogie kämpft unsere Sissi auf Grund einer schweren Lungekrankheit mit ihrem Leben. Doch Sissi entwickelt sich immer mehr zur wahren Kaiserin von Österreich und lässt schlussendlich all ihre Feinde im Schatten stehen.

Die Geschenkbox der Sissi Trilogie beinhaltet 3 DVDs, wechselbare Frontmotive und zahlreichen Postkarten mit dem Motiv der Romy Schneider. Ideal für jeden Sissifan.

Erstmals gibt es auf diesen 3 DVDs zu jedem Sissi Film eine eigene Hörfilmfassung inkl. zahlreicher Extras wie Dokumentationen und Making-Ofs.

Obwohl die DVD damals noch nicht mal im Kopf irgendeines Menschen war hat Marischka Romy Schneider während der Dreharbeiten zu Sissi – Die junge Kaisern mit einer Kamera auf das Set geschickt um zu dokumentieren was denn da alles passiert. Es ist bezaubernd wie die blutjunge Romy Schneider ihre Arbeit unter Ernst Marischka und dem großen Karl-Heinz Böhm beschreibt.

Doch die weiteren Dokumentationen nehmen im weitesten Sinne kein Blatt vor den Mund. Es ist bekannt dass Romy Schneider ihr Leben lang unter der Rolle der Sissi gelitten hat und genau dieser Aspekt wird in vielen Interviews behandelt. So erfahren wir nicht nur die schön, sorgenlose Romy Schneider in einem seit 50 Jahren bezaubernden Film, wir erfahren auch die Schattenseiten die Romy Schneider in den Jahren danach durchleben musste.

Diese Geschenkbox ist derzeit das umfassendste Werk das man sich zu Sissi und zu Romy Schneider nur wünschen kann. cs

Credits:

Titel: Sissi Trilogie
Land: Österreich 1955 - 1957
Regie: Ernst Marischka
Drehbuch: Ernst MarischkaKamera: Bruno Mondi Hauptdarsteller: Romy Schneider, Karlheinz Böhm, Magda Schneider und viele mehr...
Lauflänge: ca. 306 MinutenExtras: Hörfilmfassungen zu allen drei Teilen, Interview mit Karlheinz Böhm, Trailer der Stiftung „Menschen für Menschen“, Starinfos, Making of, „Ach, die Sissi! Wie Romy lernte, nein zu sagen“ mit Renate Seydel, Dokumentation „Legende Romy Schneider“, Romy Schneider und ihre Rolle als „Sissi“, Kurzbiografie der Elisabeth von Österreich, Fotogalerie, Trailer

McLibel

1998 präsentierte die junge britische Filmemacherin Franny Armstrong eine 53-minütige Dokumentation mit dem Titel „McLibel“. Darin behandelt wurde der jahrelange Gerichtsstreit zwischen den beiden Aktivisten Helen Steel und Dave Morris gegen den Fast-Food-Riesen McDonald’s. Der Prozess, der auf den mittlerweile vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte aufgehobenen „McLibel“-Gesetzes fußte, begann mit einem Flugblatt, dass Helen und Dave gemeinsam mit ihrer Aktivistentruppe in London verteilten. Die darin erhobenen Vorwürfe veranlassten McDonald’s zu einer Klage wegen Verleumdung und dank des„McLibel“-Gesetzes musste nicht der Konzern Gründe für seine Klage liefern sondern die beiden Aktivisten mussten die Richtigkeit ihrer Vorwürfe untermauern. Für den Postbeamten und die Gärtnerin ein schier unmögliches weil unfinanzierbares Unterfangen. 2005 legte Armstrong die Dokumentation schließlich neu auf und erweiterte sie nicht nur um den eigentlichen Prozess sondern auch um die Folgewirkungen, die „McLibel“ hatte. Da darf Morgan Spurlocks „Super Size Me“ ebenso wenig fehlen wie neue und auch erweiterte Interviews mit Experten wie Colin Campbell oder Sachbuchautor („Fast Food Nation“) und Journalist Eric Schlosser. Erneut sind es aber vor allem die nachgestellten Gerichtsszenen die von Ken Loach ebenso minimalistisch wie intensiv inszeniert wurden, die in das Herz des Filmes führen. Die britische Low Budget-Dokumentation erscheint nun – endlich dank polyfilm und dem Falter – im deutschsprachigen Raum auf DVD. Sowohl Bild und Ton sind ansprechend transferiert, wobei manch griseliges Bild und dumpfer Ton dem Originalmaterial und den finanziellen Engpässen der ursprünglichen Produktion geschuldet sind. Die Extras beinhalten die Gesamtversionen einiger Interviews und vier entfernte Szenen, die aufgrund ihrer knappen Länge gut und gerne mit Zusatzfunktion auch in den Film eingefügt hätten werden können. Eine musikalisch unterlegte Fotostrecke und der obligatorische Trailer runden das Paket ab.4 „McLibel“ ist nur auf Englisch mit deutschen Untertiteln erhältlich, was allerdings niemanden davon abhalten soll, sich diese sehenswerte Dokumentation in schöner DVD-Umsetzung anzusehen.

Credits:

Titel: McLibel
Land: Großbritannien 2005
Regie: Franny Armstrong
Homepage: eng. Website

Wie im Himmel

Kay Pollak hat nach 18 jähriger Regiepause Kraft getankt um uns ein sinnliches und bildliches Meisterwerk zu bescheren. Wie im Himmel handelt von dem schwedischen Stardirigenten Daniel Dareus der aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere abbrechen muss und in sein Heimatdorf zurückkehrt. Dort angekommen zieht er in die ehemalige Volksschule und geniesst das Landleben. Doch als er vom örtlichen Pfarrer eingeladen wird den Chor der Gemeinde zu unterrichten packt ihn wieder das Fieber. Daniel leitet von nun an den Kirchenchor und holt alles aus den Amateursängern heraus. Der Chor wurde von Pollak mit einer unglaublichen Liebe für das Menschliche besetzt. Es sind die schrulligsten und zugleich liebevollsten Charaktere die man sich nur vorstellen kann. Und so fasziniert Wie im Himmel bis zu letzt durch seine Protagonisten, seine zwischenmenschlichen Beziehungen und seine grossartige Musik. Wie im Himmel wurde zu Recht für den Oscar als bester nicht englisch-sprachiger Film nominiert und zählt in Schweden zu den erfolgreichsten Filmen aller Zeiten. Nun ist die DVD zu diesem Werk erschienen.

Die 2-Disc Special Edition verfügt neben dem Feature-Film über einen Trailer, ein ausführliches Making-Of, Interviews mit dem Regisseur und den beiden Hauptdarstellern sowie über 2 wunderschöne Lieder mit Untertiteln.

Wie im Himmel zählt zu den ganz grossen des europäischen Kinos der letzten Jahre. cs

Credits:

Titel: Wie im Himmel
Land: Schweden 2004
Regie: Kay Pollak
Hauptdarsteller: Michael Nyqvist, Frida Hallgren, etc.
Homepage: dt. Website

Die Zeit die bleibt

Die Zeit die bleibt DVD Die Zeit die bleibt stellt den zweiten Teil nach "Sous les sable" (Unter dem Sand) der "Trilogie über die Trauer" dar. Der Film begleitet den Modefotografen Romain in den letzten Monaten seines Lebens, angefangen vom Erhalt der schrecklichen Nachricht bishin zu seinem Tod. "Die Zeit die bleibt" ist eine ausgefeilte Charakterstudie Ozons eines Menschen der sich bewusst ist nur noch ein paar Monate zu leben. Sein Lebensgefährte (Christian Sengewald) kommt mit der prekären Situation nicht mehr zurecht und entscheidet sich nicht bei Romain zu bleiben. Er ist sich unsicher darüber wie er seine letzte Wochen auf der Erde gestalten soll, so entscheidet er sich Frieden mit den Menschen zu schliessen die er bisher verletzt bzw. gekränkt hat.

Francois Ozon war es wichtig die Liberalität der Franzosen herauszustreichen, einerseits mit Hilfe der liberalen Grossmutter (grossartig gespielt von Jeanne Moreau) andererseits mit der homosexuelen Beziehung Romains. Ein grossartiges Drama geschaffen von dem Meister des französischen Kinos Francois Ozon.

Die DVD präsentiert sich im anamorphem-Cinemascope Format mit einigen Juwelen an Zusatzmaterial. Neben dem französischen O-Ton bietet die DVD ein Interview mit dem Regisseur und 75 Minuten Bonusmaterial über die Dreharbeiten. cs

Credits:

Titel: Die Zeit die bleibt
Land: Frankreich 2005
Regie: François Ozon
Hauptdarsteller: Melvil Poupaud, Jeanne Moreau, Valeria Bruni Tedeschi, Christian Sengewald
Homepage: dt. Website

Der wilde Schlag meines Herzens

Der wilde Schlag meines Herzens Der 28-jährige Tom, unglaublich verkörpert von Romain Duris ist im Immobiliengeschäft tätig. Ähnlich seinem Vater sind seine Methoden nicht immer ganz legal und ab und zu werden schon Ratten frei gelassen oder ein paar Leute während des Kokainrausches in der Bar verprügelt. Man hat ja sonst keinen Spass im Leben! Doch dann trifft der jähzornige und ehrgeizige Tom den ehemaligen Musikagenten seiner verstorbenen Mutter wieder der ihn auffordert an einem Vorspielen am Klavier teilzunehmen.

Tom nimmt nun Stunden bei einer chinesischen Musikstudentin aus Peking und vernachlässigt immer mehr seine Immobiliengeschäfte. Das sehen seine Partner wie auch sein Vater natürlich nicht gerne und können kaum nachvollziehen was es bringt Klavier zu spielen - denn da verdient man ja kein Geld! Doch dann passiert etwas das Tom endgültig auf den richtigen Weg bringen soll...

Die Rolle des Tom ist Romain Duris wie auf den Leib geschneidert - kein anderer hätte diese Figur so darstellen können! Der Film stellt eine beeindruckende Mischung aus guter Elektro- wie auch Klassischer Musik dar, gewürzt mit einer Hand voll knallharter Brutalität!

Zusatzoptionen bietet diese DVD leider keine! cs

Credits:

Titel: Der wilde Schlag meines Herzens
Land: Frankreich 2005
Regie: Jacques Audiard
Hauptdarsteller: Romain Duris, Niels Arestrup, Linh-Dam Pham, Aure Atika, Emmanuelle Devos
Homepage: franz. Website

Der Wadenmesser

Der Wadenmesser Der Film zum Jahr 2006. Letztes Jahr lief er in den Kinos dieses Jahr im sogenannten Mozart Jahr sollte er in unseren Regalen stehen. Kurt Palm hat sich auf den Weg gemacht dem Mythos Wolfgang Amadeus Mozart den Zusehern ein wenig näher zu bringen. In der Wadenmesser fungiert der Mensch Kurt Palm in vielen Rollen unter anderem als Regisseur, Reisender, Koch, Autor, Kulturvermittler,etc.Vor allem hat Palm das Alphabet nach Mozart entdeckt von A wie Amadeus über W wie Wadenmesser bishin zu Z wie Zauberflöte. Alles in allem Lust auf Mozart!

Credits:

Titel: Der Wadenmesser - Das wilde Leben des Wolfgang Mozart
Land: Österreich
Regie: Kurt Palm
Hauptdarsteller: Kurt Palm, Rüdiger Wolf, Hans Bankl, Julius Müller, Evelyne Martinek, Stefan Weber, Geneviève Geffray
Produktion: Fischer Film
Homepage: Der Wadenmesser

Staplerfahrer Klaus - Der erste Arbeitstag

Staplerfahrer Klaus. Eigentlich ist es ein 10 Minuten Lehrvideo. Ein Lehrvideo über alle Gefahren des Arbeitsalltags eines Staplerfahrers und das sind nicht wenige. Genug um einen Splatterfilm daraus zu machen. Die ersten paar Minuten sieht Staplerfahrer Klaus wie ein billiger Lehrfilm der 80er Jahre aus - doch plötzlich geschieht das ungeahnte. Blut fliesst, Köpfe rollen, Körper werden geteilt, all das was an einem normalen Arbeitsalltag so passieren kann.

Man darf sich nicht von der allzu kurzen Länge des Filmes abschrecken lassen, Zusatzmaterial mit Interviews, Specialeffects, Storyboard,etc. sind alle vorhanden und runden dieses Paradewerk des deutschen Kurzfilmes glänzend ab. Ausserdem lässt sich dieser Film öfters anschauen als viele der heute produzierten 90 Minuten-Action-Hollywoodspektakel. Das Regiepaar Jörg Wagner und Stefan Prehn haben es wieder einmal bewiesen - Film muss nicht lang sein. cs

Credits:

Titel: Staplerfahrer Klaus - Der erste Arbeitstag
Land: Deutschland
Regie: Jörg Wagner, Stefan Prehn
Hauptdarsteller: Konstantin Graudus, Douglas Welbat, Jürgen Kossel
Produktion: Trigon Film
Homepage: Staplerfahrer Klaus

DVD um 10,00 Euro

Liebe mich wenn du dich traust

„Jeux d’enfants“, wie der französisch-belgische Film im Original weitaus treffender heißt, erzählt von der ein Leben lang währenden Liebesgeschichte zwischen Julien (Guillaume Canet) und Sophie (Marion Cotillard), die bereits als Kinder eng befreundet sind. Mit kleinen Wetten versuchen die beiden ihre Alltagssorgen und vor allem ihre Langeweile zu vergessen. Sind die Wetten anfangs noch harmlos (Julien pinkelt dem Schuldirektor während einer Standpauke vor die Füße, Marion geht mit Slip und BH über der Kleidung zur Matheprüfung), verlieren sich die zwei doch immer mehr in ihren Mutproben. Als sie merken, dass sie ineinander verliebt sind, schaffen sie es nicht mehr ihre Spielchen sein zu lassen… ar

Die DVD Version von "Liebe mich..." hat einige Zusatzfunktionen und Extras zu bieten. Ein "Making of" welches interessant und witzig anzusehen ist leider aber den Zauber des Filmes gleich wieder erlischen lässt. Ein Musikvideo zu einer poppigen modernen nichtpassenden Version von "La vie en rose" und ein Interview mit dem Hauptdarsteller.

Credits:

Originaltitel: Jeux d'enfants Regie: Yann Samuell Darsteller: Guillaume Canet, Marion Cotillard Frankreich / Belgien 2003

Ein zauberhafter Film der noch im Kino und schon auf DVD erhältlich ist. cs

 

 

Code: Unbekannt

Gleich in der ersten Einstellung von Code Unbekannt sehen wir ein Mädchen. Es versucht für seine taubstummen Freunde etwas darzustellen - Angst. Michael Hanekes Meisterwerk handelt von der Begegnung und den Geschichten unterschiedlichster Menschen. Es werden Themen wie Armut, Rassismus, Sex und Liebe behandelt - all diese in nur einem Film. Viele Regisseure versuchen ihre Zuseher in eine gewisse Richtung zu lenken, nicht so Haneke. Die Einstellungen sind lange und lassen genügend Zeit selbst alles zu entdecken. Und wieder einmal wendet der österreichische Regisseur sein beliebtes Stilmittel an - ein Film ganz ohne Musik. Eine Wohltat denken wir.

Die DVD Version enthält die franz. Originalfassung sowie die deutsche Synchronfassung. Ausserdem einen Trailer zu dem Film "Wolfszeit" sowie "Das Schloss" nach einem Roman von Franz Kafka. Die DVD wurde von absolut MEDIEN GmbH herausgegeben. cs

Credits:

Regie: Michael Haneke
Produktions-Land+Jahr: Frankreich, 2000
Buch: Michael Haneke
Kamera: Jürgen Jürges
Schnitt: Andreas Prochaska, Karin Hartusch, Nadine Muse Darsteller: Juliette Binoche, Thierry Neuvic, Josef Bierbichler

Code Unbekannt um nur 17,90 Euro bei absolut MEDIEN

Raus aus Amal

Die schwedische Antwort auf American Pie. Lukas Moodysson der uns bereits mit Lilja-4-ever beeindrucken konnte zeigt mit diesem Film - er kann auch ganz witzig sein! Amal ist schwedische Einöde pur, ein kleines Dorf im Nirgendwo mit ganz normalen Jugendlichen die sich nach Spass und Spannung sehnen. Agnes präsentiert den Prototypen des komischen, nicht der Norm entsprechenden jungen Pubertierenden - Elin hingegen stellt den absoluten Gegenpart dar. Sie schmust mit allem was ihr unter die Finger kommt, macht sich über alle lustig und ist einfach die coole von der Schule. Und genau daraus entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft. Doch wiedereinmal vermissen wir taugliches Zusatzmaterial auf der DVD. Ausser einem Kinotrailer, ein paar Produktionsnotitzen und einer Gallerie ist nicht viel zu finden. Schade! Wie gern hätte ich ein ausfürliches Interview mit Lukas Moodysson und seinen Hauptdarstellern erlebt!

Credits:

Regie: Lukasw Moodysson
Produktionsland + Jahr: Schweden, Dänemark 1999
Kamera: Ulf Brantas
Schnitt: Michal Leszczylowski, Bernhard Winkler Darsteller: Alexandra Dahlström (Elin), Rebecca Liljeberg (Agnes)

Bei Amazon.de um 15,99

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stellungswechsel

Fünf ganz unterschiedliche Männer mit demselben Problem, nämlich Geldmangel, treffen aufeinander und suchen gemeinsam nach einer Lösung. Dass dabei nicht unbedingt etwas Sinnvolles herauskommen muss, zeigt Maggie Perens Film „Stellungswechsel“.

Frank (Florian Lukas) ist eigentlich ganz zufrieden mit seinem Leben – er ist seit 10 Jahren mit seiner Freundin zusammen und schreibt eine Kolumne für eine Frauenzeitschrift.

Seinem Freund Gy (Sebastian Bezzel), einem frustrierten Polizisten, der Kolleginnen gern für eine Nacht zu sich nach Hause einlädt, geht es da schon schlechter - er kämpft mit Zahnschmerzen und nach einem kleineren Crash bei der Arbeit auch mit Schulden.

Deren gemeinsamer etwas älterer Freund Olli, gespielt von Gustav Peter Wöhler, ist auch eher weniger glücklich, denn sein Feinkostladen läuft seit langem alles andere als gut.

Gy und Olli überlegen, wie sie aus ihrer Geldmisere wieder herauskommen könnten und beschließen kurzerhand, ein Begleitservice für reichere Damen zu gründen.

Frank steht den beiden als Berater mit nützlichen Tipps zu Seite, da er selbst ja schließlich nicht mitmachen kann. Als seine Chefin jedoch kurz darauf beschließt, seine Kolumne zu streichen und er auch noch dahinter kommt, dass seine Freundin ihn betrogen hat, ist er sofort dabei.

Gemeinsam mit dem jungen, ebenfalls joblosen Lasse (Kostja Ullmann) und dem konservativen Giselher (Herbert Knaup), der mit seinen fast 50 Jahren auch keine Stelle mehr bekommt, verkaufen sich die fünf Herren unter dem Titel „Deutsche Feinkost zum Anfassen“.

Das Angebot stößt zu Beginn leider auf gar keine Nachfrage, also verbringen die Herren ihre Nächte damit, über die Wünsche der Frauen und vor allem über sich selbst und ihre Probleme nachzudenken.

Als das Geschäft schlussendlich doch noch ins Rollen kommt, scheint es, als würden die Kundinnen den fünf Männern viel mehr helfen, als diese ihnen.

Eine ganz gut gelungene deutsche Komödie, die humorvoll aufzeigt, mit welchen Problemen die Männerwelt so zu kämpfen hat.

Der Film begeistert vor allem durch die fünf Hauptdarsteller, die in ihrem Äußeren und in ihrem Charakter unterschiedlicher nicht sein könnten und so der Geschichte viel Charme und Witz verleihen.

Aussagen wie „Besser Sex für Geld, als kein Sex und kein Geld“ wirken dann auch ganz einleuchtend und sorgen sicherlich für einige Lacher.

Credits:

Titel: Stellungswechsel
Land: Deutschland, 2007
Regie: Maggie Peren
Hauptdarsteller: Florian Lukas, Gustav Peter Wöhler, Sebastian Bezzel, Kostja Ullmann, Herbert Knaup
Homepage: dt. Website

Der Sternwanderer

Matthew Vaughn, ein junger aufstrebender Regisseur am Hollywoodhimmel, hat wahrlich etwas Himmlisches geschaffen.

Der junge Tristan (Charlie Cox), nur ein Ladenhüter, ist unsterblich in die bereits vergebene Victoria. Bei einem Picknick unter dem Sternenhimmel sehen sie eine Sternschnuppe. Victoria stellt Tristan ein Ultimatum, wenn er es schaffe ihr den gefallenen Stern innerhalb einer Woche zu ihr zu bringen werde sie ihn heiraten.

Tristan macht sich sofort auf den Suche nach dem Stern. Sein Weg führt ihn aus dem Reiche Stormhold an die Grenze, im Film namentlich „the Wall“ genannt. Nach einer kurzen Tücke des etwas greisen Wärters überspringt er die Grenze und ist nun im Reich der Märchen und Sagen.

Der junge Tristan ist aber nicht der einzige auf der Suche nach dem Stern, die Söhne des verstorbenen Regenten und eine alte Hexe (Michelle Pfeiffer) sind ebenfalls dem gefallenen Stern hinterher. Und wer hätte gedacht, als Tristan den Stern findet, dass dieser kein Himmelskörper im althergebrachten Sinn ist sonder ein junge schöne Frau (Claire Danes). So machen sich beide auf die Reise zurück zu Victoria, doch diese Reise läuft turbulent und sie begegnen neben ihren Feinden der Hexe und den Königssöhnen weitere seltsame aber auch wundersame Gestalten. Kann Tristan den Stern zurück zu seiner Victoria bringen?

Der Sternwanderer ist ein Märchen für Erwachsene durch und durch gespickt mit Witzen, Romantik und Fantasie. Da das Budget des Films nicht auf Ebenen lag wie das eines „Herr der Ringe“ sind die Animationen und Fantasiewelten immer etwas kleiner, etwas realistischer gehalten. Doch das tut dem Film nichts, wenn dann nur positives – denn keine der Animationen wirken peinlich oder nur bemüht sie sind alle super gelungen und realistisch. Und vor allem merkt man dem Film die Liebe zur Geschichte und zum Detail an. Hier wird Effekthascherei klein geschrieben, es kommt auf das an worauf es in einem Märchen ankommen muss – auf die Geschichte.

Leider in unseren Kinos untergegangen hoffen wir auf einen großen kommerziellen Erfolg mit der DVD-Veröffentlichung.

Die DVD erscheint in den Sprachen Deutsch, Englisch und Türkisch mit ebendiesen Untertiteln. Weiters finden sie einen Trailer, ein Making-Of und geschnittene Szenen. cs

Credits:

Titel: Der Sternwanderer
Land: UK / USA 2007
Regie: Matthew Vaughn
Hauptdarsteller: Claire Danes, Charlie Cox, Robert DeNiro, Michelle Pfeiffer
Homepage: dt. Website

 

Vienna's Lost Daughters

Die Wiener Filmemacherin Mirjam Unger begleitete in dieser Dokumentation 8 jüdische Frauen die die Emigration von Wien nach Amerika rechtzeitig geschafft haben. Die Damen haben alle ein beachtliches Alter erreicht trotzdem lassen sie uns an ihren Erinnerungen der damaligen Zeit ein wenig teilhaben. Unger begleitet unsere 8 Protagonisten mit ihren Familien durch ihren Alltag, vom Kaffeeklatsch zum Kartenspiel und in den Kindergarten zu den Enkeln. Eine der 8 Familien wagt den Sprung in die Vergangenheit und besucht ihre alte Heimat Wien.

Obwohl Deutsch die Muttersprache aller Darsteller ist sprechen sie fast durchwegs Englisch, zu schlimm ist die Erinnerung an die damalige Zeit und deren Sprache. Oft werden Erinnerungen angedeutet aber leider nie zu Ende geführt. Der Respekt der Regisseurin gegenüber ihrer Interviewpartner scheint groß zu sein, vielleicht etwas zu groß. Denn im Endeffekt erfährt man inhaltlich über die damalige Zeit und deren privaten Erinnerungen kaum etwas.

Ungers Anliegen scheint es zu sein die heutige Alltagssituationen der Damen zu zeigen und wie weit Wien immer noch ein Thema in deren Leben ist. Berührend sind die Szenen wenn die alten Damen Wienerlieder, wie z.b. das „Fiakerlied“, hören und jede Textzeile einwandfrei mitträllern. Die einen singen die anderen kramen alte Erinnerungen aus verstaubten Kartons aus, wie z.b. alte Kinderbücher oder deren alte Ausweise die die meisten bis heute behalten haben. Was damit geschieht wissen sie nicht, wahrscheinlich werfen sie die Kinder weg! Während sie in die Vergangenheit reisen berichten sie, leider immer nur sehr kurz und nicht ausführlich, vom NS-Terror und Berufsverboten. Ähnlich dem Film „Watermarks“ von Yaron Zilberman schafft es Unger Zeitzeugen vor die Kamera zu holen die uns die damalige Zeit am besten vermitteln und erzählen können. Berührend und Interessant! cs

Credits:

Titel: Vienna's Lost Daughters
Land: Österreich 2007
Regie: Mirjam Unger
Hauptdarsteller: Susanne Perl, Alice Winkler, Susy Orne, Hennie Edelman, etc.
Homepage: dt. Website

DVD bei Polyvideo erhältlich

Die Überlebenden

Im Jahre 1996 feiert der Regisseur Andres Veiel mit seinen früheren Klassenkameraden in einem Stuttgarter Vorort das 17-jährige Jubiläum seines Abiturs. Schnell wird jedoch bemerkbar, dass die Stimmung bei der Zusammenkunft nicht besonders festlich ist. Der Grund dafür: drei seiner ehemaligen Mitschüler können nicht an dem Treffen teilnehmen, sie haben in den Jahren nach dem Schulabschluss Selbstmord begangen. Veiel versucht im Rahmen seines Dokumentarfilmes „Die Überlebenden" der Frage nachzugehen wie es dazu kommen konnte, dass sich drei Jungen Männer umgebracht haben.

Der Filmemacher beleuchtet deren Lebenswege  durch Interviews mit Eltern, Geschwistern, Freunden und anderen Wegbegleitern der Verstorbenen und schafft es so den  Gründen für deren Freitode immer mehr auf die Spur zu kommen.

Es wird klar, dass die persönlichen Schicksale in einem politischen und historischen Kontext zu sehen sind. Die Protagonisten waren persönlich verunsichert, wussten nicht wo ihr Platz in der Gesellschaft sein sollte und fühlten sich nicht verstanden. Ihre Probleme umfassten insbesonders  politische Meinungsverschiedenheiten der Nachkriegsgeneration mit deren Eltern, klassische Vater-Sohn Konflikte,das mangelnde Interesse der drei jungen Männer nach wirtschaftlichem Erfolg zu streben, sowie ein von kleinbürgerlicher Spießigkeit geprägtes Umfeld mit mangelnder Toleranz in Bezug auf Themen wie Homosexualität, welchem die Klassenkameraden des Regisseurs zu entfliehen versuchten.

Veiel zeichnet auf ruhige Art und Weise ein mitreißendes Bild der Verstorbenen. Er kommt durch die sehr intensiv-bedrückenden Interviews ungeheuer nahe an die drei jungen Männer heran, deren Selbstmorde bleiben jedoch trotzdem ein wenig ein Rätsel. fr

Credits:

Titel: Die Überlebenden
Land: Deutschland 1996
Regie: Andres Veiel
DVD ausschliesslich über Online Shop Neue Visonen erhältlich hier...

 

In 3 Tagen bist du tot

Wer hätte das gedacht? Als der österreichische Teenie-Horrorfilm „In 3 Tagen bist du tot“ von Andreas Prochaska in die Kinos kam, war die Skepsis groß. Warum ausgerechnet sollte in Österreich ein Teenie-Horrorfilm produziert werden, schließlich bekommt das Publikum derartige Ware zuhauf aus Hollywood und Asien in die heimischen Kinos und Videotheken. Schlussendlich wurde Prochaska bestätigt. Die formelhafte Geschichte rund um eine Gruppe Maturanten – darunter Debütantin Sabrina Reiter, die zum Berlinale Shooting Star 2007 ernannt wurde – die von einer geheimnisvollen SMS ihren Tod in 3 Tagen angekündigt bekommen, gewinnt durch da Lokalkolorit und die Stilsichere Inszenierung Prochaskas, die sich gekonnt innerhalb der Genregrenzen bewegt. Horror: Made in Austria. Die Dialektgefärbten Dialoge und heimischen Landschaften machen aus „In 3 Tagen bist du tot“ einen lobenswerten und streckenweise imposanten Genrebeitrag.

Die DVD kommt in einem netten Pappschuber und spricht somit schon oberflächlich an. Bild und Ton haben Kinoqualität und unterstreichen den Filmgenuss. Das animierte Menü verleitet die Extras zu erkunden, die für eine heimische DVD überraschend umfassend ausgefallen sind. Die „Geschnittenen Szenen“ vermitteln den Eindruck, was zu Recht im Schneideraum weggenommen wurde, während das „Making of“ einen ansprechenden Einblick hinter die Kulissen der Dreharbeiten bietet. Das „Premieren Special“ erscheint dagegen weniger notwendig, stört allerdings auch nicht. Wirklichen Mehrwert bieten hingegen die optional zuschaltbaren Audiokommentare von Regisseur Andreas Prochaska und den jungen Hauptdarstellern. Während die Anmerkungen der Darsteller am ehesten für junge Kollegen und Kolleginnen von Nutzen sein dürfte, erweist sich Andreas Prochaskas’ Kommentar als äußerst interessant. Wer zum Beispiel schon immer wissen wollte, wie man ein totes Reh für eine blutige Szene am besten präpariert, sollte sich den Kommentar nicht entgehen lassen. Das informative Booklet – inklusive eines Interviews mit Regisseur Andreas Prochaska – rundet das Angebot der interessanten DVD-Edition passend ab.

Credits:

Titel: In 3 Tagen bist du tot
Land: Österreich 2006
Regie: Andreas Prochaska
Hauptdarsteller: Sabrina Reiter, Julia Rosa Stöckl, Michael Steinocher, Nadja Vogel, Laurence Rupp
Homepage: dt. Website

7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug

Die böse Königin Mutter (Nina Hagen) ist gestürzt und vegetiert in einem Knusperhäuschen als vergessliche Möchtegern-Psychologin vor sich hin. Ihr Kunde Rumpelstilzchen (Axel Neumann) hat sich derweilen über eine böse Intrige das Kind von Schneewittchen (Cosma Shiva Hagen) versprechen lassen. Diese muss nun innerhalb von zwei Tagen herausfinden, wie der Name des Bösen ist. Dazu beauftragt sie Bubi (Otto Waalkes), der seine sechs Zwergenkumpanen finden und für die Mission vereinen muss.

Nach dem überraschenden Erfolg von „7 Zwerge – Männer allein im Wald“, schickt Regisseur Sven Unterwaldt Jr. erneut sieben deutsche Comedians auf, um im Rahmen der Märchenparodie bekannte Witzchen zu präsentieren. Dabei können Otto Waalkes und Nina Hagen in ihren Rollen überzeugen, während Regisseur Unterwaldt Jr. mit seinen Anleihen bei Michael „Bully“ Herbig nur wenig Schwung und Originalität ins Geschehen mitbringt.

Die DVD präsentiert sich in makellosem Bild- und Tonformat. Highlights sind interaktive Funktionen, wie ein „Märchen-Quiz“ und drei Karaoke-Videos. Dazu kommen noch die obligatorischen Teaser und der Original-Kinotrailer, die das Angebot komplettieren. pd

Credits:

Titel: 7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug
Land: D 2006
Regie: Sven Unterwaldt Jr.
Hauptdarsteller: Otto Waalkes, Nina Hagen, Cosma Shiva Hagen, Mirco Nontschew, Axel Neumann, Helge Schneider, Christian Tramitz
Homepage: dt. Website

Grbavica - Esmas Geheimnis

Grbavica Grbavica ist ein Stadtteil Sarajevos. Die 12 jährige Sara lebt in diesem Stadtteil mit ihrer Mutter Esma. Saras grösster Wunsch ist es auf die Klassenfahrt mitzufahren, so beginnt ihre Mutter durch einen Job in einem Nachtlokal das Geld anzusparen. Den Vater Saras gibt es nicht mehr, sie denkt er sei als "shaheed" - als Kriegsheld gefallen, doch ihre Mutter Esma verbirgt ein dunkles Geheimnis um ihren Vater.

Jasmila Zbanics zeigt in ihrem Spielfilm Debüt wie sich die Folgen des Krieges noch über Generation hinweg ziehen. Wie sichtbar der Balkankrieg noch immer ist obwohl er schon lange aus unseren Medien verschwunden ist. Zu Recht gewann Grbavica den goldenen Bären auf der Berlinale 2006 und wurde nominiert für den europäischen Filmpreis.

Die DVD enthält neben dem Hauptfilm auf Bosnisch und Deutsch eine Hörfilm-Fassung für Blinde. Ausserdem bieten uns die Extras ausführliche Interviews mit den Hauptdarstellern und der Regisseurin.

Credits:

Titel: Grbavica - Esmas Geheimnis
Land: Ö/D/Bosnien/Kroatien 2005
Regie: Jasmila Žbanic
Hauptdarsteller: Mirjana Karanovic, Luna Mijovic, Leon Lucev
Homepage: dt. Website

Gernstls Reisen

Gernstls Reisen Franz Xaver Gernstl macht sich auf die Suche nach dem Glück. Im Gepäck Kamermann HP Fischer und Tonmeister Stefan Rabatz. Gernstl und sein Team fahren seit 1983 quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz um Menschen zu treffen, um mit ihnen zu reden , um herauszufinden wie man wirklich glücklich wird. Sie treffen Menschen der ganz besonderen Art, unter anderem einen Anhänger des indischen Gurus Mahareshi, eine Bäuerin, den Jesus vom Wörthersee, eine Frauengymnastikgruppe, einen Wünschrutengänger und viele andere. Doch alle haben sie etwas gemein - sie sind glücklich.

Gernstls Reisen ist das beste Beispiel dafür dass das Leben die besten Geschichten schreibt, man braucht keine hochtechnischen Kamerafahrten oder ein ausgeklügeltes Tonsystem. Bei diesem deutschen Roadmovie stört es auch nicht wenn die Kamera einmal wackelt oder das Mikrophon ins Bild hängt - denn die Menschen stehen im Mittelpunkt des Geschehens.

Ausserdem bietet die DVD neben dem 86-minütigen Hauptfilm einige Specials wie ein Interview mit Franz Xaver Gernstl und Additional Scenes die es nicht mehr auf die DVD geschafft haben jedoch absolut sehenswert sind.

Das Glück liegt nicht auf einer Südseeinsel im Pazifik - es liegt genau vor unserer Tür! cs

Credits:

Titel: Gernstls Reisen
Land: Deutschland
Regie: Franz Xaver Gernstl
Hauptdarsteller: Franz Xaver Gernstl
Homepage: dt. Website

The Corporation

The Corporation Besser man sieht sich diese Dokumentation nicht an - denn ohne ihr lebt man besser. In "The Corporation" wird all das gezeigt was wir eigentlich nicht sehen wollen - Ausbeutung der dritten Welt, das Streben der Konzerne nach Geld und Macht ohne irgendwelche ethischen Grundsätze oder jeglicher Moral. Die Regisseuren Mark Achbar und Jennifer Abbott bieten hier mehr als es ein Michael Moore jemals vollbracht hätte. (Der kommt überigens auch zu Wort). Seattle Times schreibt: " Einer der Dokumentarfilme der letzten 100 Jahre , die man gesehen haben muss." 31 Internationale Preise , davon 10 Publikumspreise! Unglaublich!

Credits:

Titel: The Corporation
Land: Kanada 2003
Regie: Jennifer Abbott, Mark Achbar
Homepage: The Corporation

Die DVD jetzt um nur 14,99 Euro bei Zweitausendeins.de

 

Darwins Nightmare

Darwins Nightmare Endlich erscheint das langerwartete Meisterwerk von Hubert Sauper auf DVD für zu Hause. Darwins Nightmare konnte geschlagene 16 Preise auf internationale Filmfestivals einheimsen und ist so der bedeutenste und erfolgreichste österreichische Dokumentarfilm seit langem. Hupert Sauper und sein Kollege Sandor Rieder haben in jahrelanger Feldarbeit das Ausmaß der unkontrollierten Globalisierung darzustellen versucht. So basiert der Film auf Gesprächen mit einer spürbaren persönlichen Nähe, die zwar nicht total objektiv sein kann, dafür aber im Mikrokosmos die Verbindungen aufzeigt, die auch in großen Maßstäben nicht viel anders sind. Der Film zeigt die Wichtigkeit, unsere Einstellung gegenüber der dritten Welt und unserer inkompetenten Hilfe kritischer zu sehen und diesem Kontinent eine letzte Chance auf einen Ausweg zu geben. So hätte das Darwin sicher nicht gewollt!

Credits:

Titel: Darwins Nightmare
Land: Österreich
Regie: Hubert Sauper
Produktion: coop99, Mille et une productions, Saga Film
Homepage: Coop 99

Besser kurz als lang...

Dark Tales Dark Tales - Die besten Kurzfilme aus Neuseeland

Nach dem großen Erfolg des Video-Doppelpacks, nun endlich vereint auf DVD: Dark Tales. Zeitlos düstere Kurzfilme vom anderen Ende der Welt, wo die Menschen Kopf stehen und der schwarze Humor regiert. Verstörende Geschichten die beweisen, dass dieses Land weit mehr zu bieten hat, als Berge, Kiwis und trollige Hobbits.

Credits:

Alle Filme sind in englischer Original-Sprachfassung mit nicht ausblendbaren deutschen Untertiteln!
Spieldauer: 201 Min. / Format: 4:3 (PAL) / Regionalcode: codefree
Bonusfilm: Der vielfach preisgekrönte Kurzfilm Two Cars, One Night von Taika Waititi - Zum ersten mal auf DVD KFA - Hamburg DVD Edition

 

 

 

 

 

 

Lilja 4-Ever

Gnadenlos und Beinhart. Das sind die ersten beiden Schlagwörter die mir zu Lilja 4-Ever einfallen. In "Zusammen" und "Raus aus Amal" zeigte uns der schwedische Regisseur Lukas Moodysson wie er Witz und Charme mit einer Brise Politik über unsere Bildschirme flackern lässt. Lilja 4-Ever geht in eine ganz andere, brutale,realistische Richtung. Die 16 Jährige Lilja lebt zusammen mit ihrer Mutter und deren LAP (Lebensabschnittspartner) in einem Plattenbau der ehemaligen UDSSR. Ihre beste Freundin verrät sie und behauptet Lilja würde sich in der Stadt prostitueiren. Ihre Mutter überlässt sie ihrem Schicksal und fährt nach Amerika, Lilja lebt allein in einer heruntergekommenen Wohnung. Ihr einziger Freund ist der junge Valodscha. Aus Armut und Verzweiflung beginnt sie sich nun doch zu prostituieren. Sie gerät im Laufe der Zeit immer mehr an die falschen Leute und versinkt im Sumpf aus Sex, Gewalt und Drogen.

Jede Minute lässt uns eine Gänsehaut spüren, unverblümte Realität pur. Tolles schwedisches Kino!

Credits:

Schweden 2002 - Regie: Lukas Moodysson - Darsteller: Oksana Akinshina, Artiom Bogucharskij

Die 2 DVD Version dieses Filmes bietet 2 Kurzfilme zu dem Thema Menschenhandel wie ein 1 stündiges Interview mit dem Regisseur. Wir vermissen jedoch Interviews mit den Hauptdarstellern wie ein "Behind the Scenes". Denn dies würde uns wieder Hoffnung geben dass dieser Film nicht Realität sonder eben nur ein Film war. cs

 

Heaven

Ein Film von Tom Tykwer mit Cate Blanchett und Giovanni Ribisi. Das Drehbuch stammt aus der Hand des einen Grossmeisters Krzysztof Kieslowski, der 1996 verstarb. Philippa betritt ein großes Gebäude , sie trägt eine Bombe mit sich. Eigentlich wollte sie nur ihn töten, den Mann der ihren Ehemann auf dem Gewissen hat. Doch die Bombe erwischte nicht den Drogendealer sondern 4 unschuldige Personen. Sie wird verhört und sitzt in U-Haft doch Filippo, ein Carabinieri, glaubt ihr ihre Geschichte und die beiden beginnen eine abenteurliche Flucht.

Tom Tykwer ist wiedereinmal ein ganz grosser Film geglückt. Dies hat sicher auch mit der Drehbuchfassung von Herrn Kieslowski zu tun. Die Bilder der Stadt sind aus der Vogelperspektive einzigartig und die Landschaftsaufnahmen sind mit einer atemberaubenden Technik versehen worden. Als Special auf der DVD wird diese Kameratechnik näher erklärt. Ein Muss für jeden Tom Tykwer, X-Verleih oder Lola rennt Fan.

Credits:

Regie: Tom Tykwer
Produktions-Land+Jahr: Deutschland, Italien, Frankreich, 2002
Buch: Krzysztof Kieslowski
Kamera: Frank Griebe
Schnitt: Mathilde Bonnefoy Darsteller: Cate Blanchett, Giovanni Ribisi